... und die hat es wohl in sich. Wir haben leider niemanden gefunden, der dieses Martyrium überlebt hat und sich dann noch traut, öffentlich über die Geschehnisse der Nacht zu reden. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Haus - in dem die Gäste ansonsten First-Class untergebracht sind – wohl um die alte Wirkungsstätte des Reeser Henkers. Ob der Henker hier auch gewohnt hat oder nur seiner Arbeit oder persönlicher Fortbildung nachgegangen ist, haben vielleicht die Gäste der Henkersnacht noch erfahren.
Aus dem Mittelalter zurück in den März 2017: Die Henkersnacht geht an den Start.
Die Henkersnacht des Reesers Tomas Nienhuysen, im normalen Leben - Inhaber eines Friseursalons – ist ein in Europa einmaliges Horror-Erlebnis. Es ist ein Abend-Arrangement mit Live-Schauspielern, bei dem man sich gruseln aber auch lachen kann. „Tommi“ begegnet seinen Gästen in stilvoller und grusliger Verkleidung als Butler Victor. Der Henker wird von Heinz Wellmann - vielen Reesern in seinen Rollen als Nachtwächter, Hein vom Rhein, Mesner oder Paul Laner bekannt - dargestellt. Zwei weitere Mitstreiter springen bei Bedarf für die Akteure ein oder helfen im Hintergrund.
Das Zielpublikum zieht Tommi Nienhuysen weit: „Von Jung bis Alt, alle die sich gerne gruseln, alle die gerne zu Horrorevents, Krimidinner, Gruseldinner gehen oder die sich einen Horrorfilm ansehen. Und alle, die sich für Historisches und Mittelalterliches interessieren.“ Dabei weist der 46-jährige Friseurmeister darauf hin, dass man nicht laufend erschreckt wird, es wird auch lustig und informativ.
Tommi und Heinz sind sich hier einig, das Programm ‘Henkersnacht’ ist für alle Sinne, alle sieben Sinne werden berührt. Nur allzu schreckhafte Menschen, Schwangere oder oder Personen mit Herz- oder oder Kreislaufschwäche - sind hier eindeutig auf der falschen Veranstaltung.
Wie kommt man auf so eine Idee?
Der 46-jährige Friseurmeister Tomas ist seit früher Kindheit ein Horrorfan. Als Kind sah er im Fernsehen eine Reportage über eine Horrorübernachtung in einem Schloss in Großbritannien. Seitdem sucht er vergleichbares in Europa, selbst bei Recherchen im Internet ist er nicht fündig geworden. So etwas selber aufzuziehen, da traute er sich lange Zeit nicht ran. Erst nach umfangreicher Ausbildung zum Reeser Nachtwächter - durch den Gildemeister der Nachtwächter, Türmer und Figuren Heinz Wellmann - wollte er ein eigenes Gruselevent starten.